Synutrim 72 % Pulver

Synutrim 72 % Pulver

Gebrauchsinformation

Bezeichnung des Tierarzneimittels:
Synutrim® 72% Pulver (Trimethoprim 120 mg/g + Sulfadiazin 600 mg/g)
für Schweine (Läufer, Ferkel), Rinder (Kälber), Schafe (Lämmer), Ziegen (Lämmer) und Pferde (Fohlen)

Anwendungsgebiet(e):
Bei Läufern, Ferkeln, Kälbern, Schaf- und Ziegenlämmern und Fohlen zur Behandlung von Infektionskrankheiten im frühen Stadium der Infektion, die durch Sulfadiazin- und Trimethoprim-empfindliche Erreger hervorgerufen werden:

Primär- und Sekundärinfektionen
• des Atmungsapparates
• des Magen-Darm-Traktes
• der Harn- und Geschlechtsorgane
• der Haut und der Gelenke
• der Augen und Ohren.

Die Anwendung von Synutrim® 72% Pulver (Trimethoprim 120 mg/g + Sulfadiazin 600 mg/g) sollte unter Berücksichtigung eines Antibiogramms erfolgen.
Wirkstoff(e) und sonstige Bestandteile:
1 g Synutrim® 72% Pulver (Trimethoprim 120 mg/g + Sulfadiazin 600 mg/g) enthält:
Wirkstoffe:
Sulfadiazin          600,0 mg
Trimethoprim    120,0 mg
Sonstiger Bestandteil:
Laktose-Monohydrat
Dosierung für jede Zieltierart, Art und Dauer der Anwendung:
Zur Behandlung von Läufern, Ferkeln, Kälbern, Schaflämmern, Ziegenlämmern und Fohlen.
Nachstehende Dosierungsangaben beziehen sich auf die Menge an:
Gesamtwirkstoff aus Sulfadiazin und Trimethoprim im vorgegebenen Mischungsverhältnis 5 + 1.
30 mg Gesamtwirkstoff / kg KGW / Tag entsprechend 1 g Synutrim 72 % Pulver pro 24 kg KGW pro Tag verteilt auf zwei gleich große Dosen morgens und abends. Das Pulver ist vor jeder Applikation so in einen Teil des Futters frisch einzumischen, dass eine vollständige Durchmischung erreicht wird. Diese Mischung ist vor der eigentlichen Fütterung zu verabreichen. Dabei ist darauf zu achten, dass die vorgesehene Dosis jeweils restlos aufgenommen wird.
Behandlungsdauer: 3-5 Tage. Nach Abklingen der klinischen Symptome sollte die Behandlung noch 2 Tage fortgesetzt werden.
Sollte nach maximal 3 Behandlungstagen keine deutliche Besserung des Krankheitszustandes eingetreten sein, ist eine Überprüfung der Diagnose und gegebenenfalls eine Therapieumstellung durchzuführen. Bei Tieren mit deutlich gestörtem Allgemeinbefinden und/oder Tieren mit Inappetenz sollte einem parenteral zu verabreichenden Präparat der Vorzug gegeben werden.

Gegenanzeigen:
Schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Schädigung des hämatopoetischen Systems, Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide oder Trimethoprim, Resistenz gegen Sulfonamide oder Trimethoprim, Katarakt, Krankheiten, die mit stark verminderter Flüssigkeitsaufnahme bzw. starken Flüssigkeitsverlusten einhergehen, Anwendung bei ruminierenden Tieren, nicht bei Neugeborenen anwenden.

Nebenwirkungen:
Nach Anwendung von Synutrim 72% Pulver können auftreten:
Leberschädigungen, Nierenschädigungen, einhergehend mit Hämaturie, Kristallurie, Nierenkolik, Inappetenz, zwanghaftem Harnabsatz, allergische Reaktionen, Blutbildveränderungen, Verdauungsstörungen.
Beim Auftreten o.g. Nebenwirkungen ist ein sofortiges Absetzen von Synutrim 72 % Pulver erforderlich.
Gegenmaßnahmen:
Bei Hinweisen auf Nierenschädigung: Flüssigkeitszufuhr und Harnalkalisierung.
Bei anaphylaktischem Schock: Epinephrin (Adrenalin) und Glukokortikoide i.v.
Bei allergischen Hautreaktionen: Antihistaminika und/oder Glukokortikoide.
Bei Läufern und Ferkeln ist bei länger dauernder Behandlung ein hämorrhagisches Syndrom mit Todesfällen beschrieben worden. Nach bisherigen Erkenntnissen kann bei Schweinen eine Vitamin K-Substitution das Risiko des Auftretens eines hämorrhagischen Syndroms vermindern.
Einstreulose Haltung stellt infolge verminderter Möglichkeit zur Koprophagie und damit fehlender Aufnahme von Vitamin K einen prädisponierenden Faktor dar.

Wartezeit:
Schweine (Läufer, Ferkel), Rinder (Kälber), Schafe (Lämmer), Ziegen (Lämmer), Pferde (Fohlen):
Essbare Gewebe: 10 Tage

Besondere Warnhinweise:
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:

Zur Vermeidung von Nierenschädigungen durch Kristallurie ist während der Behandlung für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu sorgen, eventuell kann der Harn alkalisiert werden.

Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender:
Zur Vermeidung einer Sensibilisierung oder einer Kontaktdermatitis sind direkter Hautkontakt sowie Einatmung bei der Be- oder Verarbeitung und/oder Anwendung zu vermeiden. Tragen Sie dazu eine Staubmaske und Handschuhe.

Anwendung während Trächtigkeit und Laktation oder Legeperiode:
Bei Sulfonamiden ist die sichere Anwendung während der Trächtigkeit nicht erwiesen. Sie sollten nur angewendet werden, wenn die Vorteile einer Behandlung klar die Risiken überwiegen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen:
Synutrim 72 % Pulver sollte nicht gleichzeitig mit Phenylbutazon angewendet werden.
Vermischungen mit anderen Arzneimitteln sind wegen möglicher Inkompatibilitäten zu vermeiden.

Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen und Gegenmittel), falls erforderlich:
Nach Überdosierung können ataktische Bewegungen, Muskelzuckungen und -krämpfe sowie komatöse Zustände und Leberschädigungen auftreten. Synutrim 72 % Pulver ist sofort abzusetzen. Die neurotropen Effekte sind symptomatisch durch Gabe von zentral sedierenden Substanzen (z.B. Barbiturate) zu behandeln. Zusätzlich zur Vitamin K- oder Folsäure-Gabe ist eine Erhöhung der renalen Sulfonamid-Ausscheidung durch alkalisierende Mittel (z.B. Natriumbikarbonat) angezeigt.

Besondere Lagerungshinweise:
Nicht über 25 °C lagern. Behältnis dicht verschlossen halten. Pulver vor Licht und Feuchtigkeit schützen.
Haltbarkeit des Fertigarzneimittels nach Anbruch des Behältnisses: 24 Monate.


Verschreibungspflichtig (Zul.-Nr.: 6501017.00.00)

Genehmigungsdatum der Packungsbeilage:
August 2012

Weitere Angaben:
Packungsgrößen:
Packung mit 250 g Pulver
Packung mit 1 kg Pulver
Packung mit 5 kg Pulver
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Name und Anschrift des Zulassungsinhabers und, wenn unterschiedlich des Herstellers, der für die Chargenfreigabe verantwortlich ist:
Vétoquinol GmbH
Parkstr. 10
D-88212 Ravensburg

Hersteller:
Vétoquinol Biowet Sp. z.oo.,
13-14 Kosyniernów Gdynskich Str.
66-400 Gorzów Wlkp.
Polen