Rifen 100 mg/ml

Rifen 100 mg/ml

Gebrauchsinformation

Bezeichnung des Tierarzneimittels:
Rifen 100 mg/ml - Injektionslösung für Pferde, Rinder und Schweine
Ketoprofen  

Bezeichnung des Tierarzneimittels in anderen Mitgliedsstaaten:
Ketovet vet 100 mg/ml (Finnland)
Rifen vet. (Schweden)

Anwendungsgebiet(e):
Pferd:
Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, die mit akuten Schmerzen und Entzündungen einhergehen:
- Lahmheiten traumatischen Ursprungs
- entzündliche Gelenkserkrankungen
- Knochenentzündung, Spat
- Sehnenentzündung, Schleimbeutelentzündung
- Entzündung der Hufrolle
- Hufrehe
- Muskelentzündung.
Zur Behandlung von postoperativen Entzündungen sowie bei der symptomatischen Behandlung von Koliken und Fieber.

Rind:
Erkrankungen, die mit Entzündungen, Schmerzen oder Fieber einhergehen:
- Atemwegserkrankungen
- Euterentzündung
- Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, wie Lahmheiten, Gelenksentzündungen und zur Erleichterung des Aufstehens nach der Geburt
- Verletzungen

Schwein:
Erkrankungen, die mit Entzündungen, Schmerzen oder Fieber einhergehen:
- im Zusammenhang mit dem Syndrom der Dysgalaktie post partum/Mastitis-Metritis-Agalaktie-Komplex (MMA) Komplex
Infektionen der Atemwege;
Symptomatische Behandlung bei Fieber
Für die kurzzeitige Linderung post-operativer Schmerzen bei kleineren Weichteiloperationen, wie Kastration beim Ferkel.
Bei Bedarf ist Ketoprofen mit einer geeigneten antibiotischen Therapie zu kombinieren.

Zieltierart(en):
Pferd, Rind, Schwein

Genehmigungsdatum der Packungsbeilage:
03.05.2013

Weitere Angaben:
Ketoprofen gehört zur Gruppe der nichtsteroidalen Antiphlogistika. Es wirkt entzündungshemmend, schmerzstillend und fiebersenkend. Nach intramuskulärer Verabreichung wird Ketoprofen sehr rasch resorbiert, maximale Plasmakonzentrationen werden nach 30 – 60 Minuten erreicht. Innerhalb von 12 Stunden werden 80 % der verabreichten Dosis ausgeschieden.  

Packungsgrößen:
50 ml, 100 ml, 10 x 50 ml, 10 x 100 ml
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.
   
Falls weitere Informationen über das Arzneimittel gewünscht werden, setzen Sie sich bitte mit dem örtlichen Vertreter des Zulassungsinhabers in Verbindung.

Vétoquinol GmbH
Parkstraße 10
D- 88212 Ravensburg
Wirkstoff(e) und sonstige Bestandteile:
1 ml Injektionslösung enthält:
Wirkstoff(e):
Ketoprofen 100 m
Sonstige Bestandteile, deren Kenntnis für eine zweckgemäße Verabreichung des Mittels erforderlich ist:
Benzylalkohol (E 1519) 10,00 mg
 
Klare, farblose bis gelblich-bräunliche Injektionslösung
 
Gegenanzeigen:
Nicht anwenden bei Tieren:
- mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile,
- mit Läsionen der Magen-Darm-Schleimhaut,
- mit Neigung zu Blutungen,
- die an Leber-, Nieren- oder Herzerkrankungen leiden.
Nicht gleichzeitig oder innerhalb von 24 Stunden mit anderen nicht-steroidalen Antiphlogistika anwenden.

Nebenwirkungen:
Aufgrund des Wirkmechanismus von NSAIDs (Hemmung der Prostaglandinsynthese), können Reizungen des Magen-Darm-Traktes, Geschwüre der Magen-Darm-Schleimhaut oder Nierenfunktionsschäden auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht ausgeschlossen werden.
Nach intramuskulärer Injektion können vorübergehende Reizungen an der Injektionsstelle auftreten. Bei Schweinen kann es bei wiederholter Verabreichung vorübergehend zu Appetitlosigkeit kommen.
In sehr seltenen Fällen können allergische Reaktionen auftreten.
Falls Sie Nebenwirkungen insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, teilen Sie diese Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.
Hinweise für die richtige Anwendung:
Nicht intraarteriell verabreichen. Die empfohlene Dosierung oder Behandlungsdauer sollte nicht überschritten werden. Die Anwendung bei dehydrierten und hypovolämischenTieren sowie bei Tieren mit Hypotonie sollte vermieden werden, da hier ein potentielles Risiko einer erhöhten Nierentoxizität besteht.
Die Verabreichung von Ketoprofen an Fohlen mit einem Alter unter 15 Tagen wird nicht empfohlen. Die Anwendung bei Tieren unter einem Alter von 6 Wochen oder bei älteren Tieren kann ein zusätzliches Risiko darstellen. Ist eine solche Anwendung dennoch erforderlich, sollte gegebenenfalls die Dosis reduziert und die Tiere klinisch überwacht werden. Angaben zur Anwendung des Tierarzneimittels bei trächtigen Stuten und Sauen finden Sie unter „Anwendung während der Trächtigkeit und Laktation“. Während des gesamten Behandlungszeitraums ist eine ausreichende Trinkwasserversorgung sicherzustellen. Bei Koliken sollten weitere Anwendungen nur nach vorhergehender klinischer Untersuchung erfolgen.
 
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung:
Pferd: Intravenöse Injektion.
Rind: Intravenöse oder intramuskuläre Injektion.
Schwein: Intramuskuläre Injektion.

Pferd:
2,2 mg Ketoprofen/kg Körpergewicht einmal täglich über 3 -– 5 Tage als intravenöse Injektion (entsprechend 1 ml pro 45 kg Körpergewicht).
Zur Behandlung von Koliken ist im Allgemeinen eine Injektion ausreichend. Weitere Injektionen sollten nur nach einer vorhergehenden klinischen Untersuchung erfolgen (siehe auch "Hinweise für die richtige Anwendung".

Rind:
3 mg Ketoprofen/kg Körpergewicht einmal täglich bis zu 3 Tagen als intravenöse oder tiefe intramuskuläre Injektion, entsprechend 3 ml pro 100 kg Körpergewicht.

Schwein:
3 mg Ketoprofen/kg Körpergewicht einmalig als intramuskuläre tiefe Injektion, entsprechend 3 ml pro 100 kg Körpergewicht (entsprechend= 0,03 ml/kg).
Für die Linderung post-operativer Schmerzen sollte das Tierarzneimittel 10 -– 30 Minuten vor der Operation verabreicht werden. Um eine genaue Dosierung zu gewährleisten sind Dosiergeräte bzw. Spritzen mit geeigneter Graduierung zu verwenden und das Körpergewicht ist so genau wie möglich zu bestimmen.
 
 

Wartezeiten:
Essbares Gewebe:   4 Tage
Milch (Rind):               0 Tage

Besondere Lagerungshinweise:
Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren. Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Sie dürfen das Tierarzneimittel nach dem auf dem Etikett angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Nach dem erstmaligen Öffnen des Behältnisses nicht über 25 °C lagern. Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen des Behältnisses: 28 Tage.

Besondere Warnhinweise:
Die Behandlung von Ferkeln mit Ketoprofen vor der Kastration reduziert post-operative Schmerzen für 1 Stunde. Um eine Schmerzlinderung während des Eingriffs zu erzielen, ist eine begleitende Verabreichung geeigneter Anästhetika/Sedativa nötig.  

Anwendung während der Trächtigkeit und Laktation:
Stuten: Darf nicht während der Trächtigkeit angewendet werden.
Rinder: Anwendung während der Trächtigkeit und Laktion möglich.
Schweine: Es liegen keine Untersuchungen an trächtigen Schweinen vor, daher sollte die Behandlung nur nach entsprechender Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen.  

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln:
Nicht gleichzeitig oder innerhalb von 24 Stunden mit anderen NSAIDs und Glukokortikoiden anwenden. Die gleichzeitige Anwendung von Diuretika, nierenschädigenden Arzneimitteln und Antikoagulantien sollte vermieden werden. Ketoprofen hat eine starke Plasmaproteinbindung und kann daher mit anderen stark bindenden Arzneimitteln, wie z.B. Antikoagulantien, konkurrieren, wodurch die Möglichkeit nachfolgend auftretender, durch den freien Anteil des Wirkstoffes ausgelöster, toxischer Effekte besteht. Ketoprofen kann die Thrombozytenaggregation hemmen und somit gastrointestinale Ulzerationen verursachen. Es sollte daher nicht gleichzeitig mit Tierarzneimitteln angewendet werden, die vergleichbare Nebenwirkungen hervorrufen.  

Überdosierung:
Eine Überdosierung von nichtsteriodalen Antiphlogistika (NSAIDs) kann zu Geschwüren der Magen-Darm-Schleimhaut, Proteinverlust sowie Leber- und Nierenfunktionsstörungen führen. Erste Vergiftungserscheinungen können Appetitverlust und breiige Stühle oder Durchfall sein. Werden Symptome einer Überdosierung beobachtet, sollte eine symptomatische Behandlung eingeleitet werden.  

Inkompatibilitäten:
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, sollte dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.  

Für den Anwender:
Bei versehentlicher Selbstinjektion ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage vorzuzeigen. Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Ketoprofen oder Benzylalkohol sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden. Nicht mit Haut und Augen in Berührung bringen. Bei versehentlichem Kontakt sofort gründlich mit Wasser spülen. Falls die Reizung anhält, einen Arzt zu Rate ziehen. Nach der Anwendung die Hände waschen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung von nicht verwendetem Arzneimittel oder von Abfallmaterialien, sofern erforderlich:
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.
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Name und Anschrift des Zulassungsinhabers und, wenn unterschiedlich des Herstellers, der für die Chargenfreigabe verantwortlich ist:

Zulassungsinhaber:
Richter Pharma AG
Feldgasse 19
4600 WELS
Österreich

Für die Chargenfreigabe verantwortlicher Hersteller:
Richter Pharma AG
Durisolstraße 14
4600 WELS
Österreich  

Mitvertrieb:
Vétoquinol GmbH
Parkstr. 10
88212 Ravensburg